Sunna betritt einen Raum und die Leute denken je nach Jahreszeit, Felllänge und Frisur eher: „Ist das ein Border Collie? Ein Cattle Dog? Ein Whippet? Oder hat da jemand mehrere Hunde gleichzeitig zusammengebaut?“
Ein Border Collie – ganz offiziell
Tatsächlich ist Sunna ein reinrassiger Border Collie mit VDH-Papieren. Ganz offiziell. Wirklich. Ihre Besitzerin weiß das sogar ganz genau – schließlich hat sie Sunna selbst gezüchtet. Man könnte also sagen: Die Quelle gilt als vertrauenswürdig. 😉
Wild, verschmust und mit Leidenschaft fürs Rennen
Mit ihren 4,5 Jahren ist Sunna ein echter Charakterhund. Wild, laut, verschmust, motiviert und dabei typisch Border Collie: hochsensibel und mit einem riesigen Herzen ausgestattet. Wenn sie etwas liebt, dann mit voller Hingabe. Und sie liebt RENNEN!
Neben ihrer Leidenschaft für Geschwindigkeit schlägt ihr Herz auch für Nasenarbeit. Und nachdem sportliche Aktivitäten für längere Zeit pausieren mussten, hat sie vor Kurzem eine neue Leidenschaft entdeckt: Hoopers. Dort kann sie in Geschwindigkeit schwelgen und trotzdem perfekt mit ihrem Frauchen arbeiten.
Sunnas Kampf gegen eine schwere Autoimmunerkrankung
Doch Sunnas Geschichte besteht nicht nur aus schnellen Pfoten und guter Laune.
Als sie gerade einmal zwei Jahre alt war, wurde sie schwer krank. Hohes Fieber, zahlreiche Untersuchungen und ratlose Tierärzte bestimmten plötzlich ihren Alltag. Die Diagnose war alles andere als einfach. Was zunächst wie eine ganz andere Erkrankung aussah, entpuppte sich schließlich als schwere Autoimmunerkrankung mit steril-eitrigen Entzündungen an mehreren Organen.
Es folgte eine lange und belastende Zeit mit Klinikaufenthalten, Medikamenten und vielen Sorgen.
Ein erfülltes Leben trotz chronischer Erkrankung
Doch glücklicherweise macht Sunna ihrem Namen alle Ehre. Die Sonnengöttin genießt ihr Leben und überstrahlt alles andere.
Heute lebt sie trotz ihrer chronischen Erkrankung ein erfülltes, glückliches und nahezu uneingeschränktes Hundeleben. Sie bekommt weiterhin Medikamente, die ihr helfen, stabil zu bleiben. Eines davon wärmt die Sonne von außen!
Fell, Fell, nochmals Fell
Fell, Fell, nochmals Fell. Bei diesem Wetter eine echte Belastung. Deshalb bekommt Sunna regelmäßig eine Sommerschur und zeigt sich zu jeder Jahreszeit als neuer Hund.
Das Foto, das wir für den Hundekongress ausgewählt haben, stammt übrigens noch aus einer Zeit, in der ihr Fell etwas weniger kreativ unterwegs war.
Zu Hause bei Sunna
Zu Hause lebt Sunna gemeinsam mit ihrer Mutter und einem weiteren Border-Collie-Rüden. Langweilig wird es dort also vermutlich nie.
Warum ist Sunna unser Hundekongresshund 2026?
Weil sie für so vieles steht, was Hunde für uns Menschen bedeuten: Lebensfreude, Anpassungsfähigkeit, Sensibilität, Mut und die erstaunliche Fähigkeit, jeden Tag mit Begeisterung zu begrüßen – selbst wenn das Leben nicht immer einfach war.
Sunna erinnert uns daran, dass eine Diagnose nicht definiert, wer man ist. Dass Lebensqualität viele Gesichter hat. Und dass manchmal die lautesten, wildesten und felligsten Hunde die größten Kämpfer sind.
Liebe Sunna, wir freuen uns riesig, dass du unseren Hundekongress in diesem Jahr als Hundekongresshund begleiten wirst. ❤️



3 Kommentare zu „Darf ich vorstellen? Sunna – unser Hundekongresshund 2026“
Liebe Ariane,
Das Foto von Sunna sieht toll aus! Sie ist sicher eine ganz entzückende Hündin ❤️
Dennoch verstehe ich die Wahl als neues „Werbegesicht“ für deinen Kongress nicht, da sie als Merlefarbener Hund ein Qualzuchtmerkmal trägt. Wir alle wissen, wie sehr diese Farbgebung in den letzten Jahren in alle möglichen Rassen Einzug gehalten hat. Ich persönlich finde auch, dass es hübsch aussieht. Dennoch sollte man die Popularität durch so ein Foto nicht weiter steigern. Die Nachfrage nach dieser Färbung ist schon lange nicht mehr durch „seriöse Zucht“ zu decken. Und ich möchte hier jetzt nicht das Thema eröffnen ob Rassehundezucht sinnvoll ist oder nicht.
Fakt ist, mit dem Merlefaktor gehen einige Prädispositionen für verschiedenste Krankheiten einher. Ich bin selbst Tierärztin und hatte in den letzten Jahren einige sehr junge und sehr kranke Hunde dieser Farbe in Behandlung. Es macht mich sehr wütend, dass die Optik eines Tieres immer noch über dessen Gesundheit gestellt wird.
Daher wünsche ich mir, dass jemand mit deiner Reichweite und Fachwissen zumindest dazu beiträgt, darüber aufzuklären. Auch die schwere Autoimmunerkrankung von Sunna könnte genau damit zusammen hängen. Das sollte nicht unerwähnt bleiben!
Hallo Lisa,
Ich finde es wichtig, bei einem so sensiblen Thema zwischen berechtigter Kritik und wissenschaftlich belegten Fakten zu unterscheiden.
Es gibt nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand keinen Nachweis, dass das heterozygote Merle-Gen (ein einzelnes Merle-Allel) grundsätzlich eine Prädisposition für Autoimmunerkrankungen oder andere systemische Erkrankungen verursacht. Die Aussage, Sunnas Erkrankung könne “genau damit zusammenhängen”, ist daher eine Spekulation und sollte nicht als Tatsache dargestellt werden.
Die gesundheitlichen Risiken, die mit Merle bekannt sind, betreffen Double Merle (MM) oder Hunde mit ausgeprägtem Pigmentverlust. Hier kann es zu Fehlbildungen wie Taubheit oder Augenanomalien kommen. Das ist seit Jahren bekannt und genau deshalb wird in einer verantwortungsvollen Zucht, wie die aus der Sunna auch kommt, auf entsprechende Verpaarungen verzichtet.
Ein einfaches Merle-Gen macht einen Hund jedoch nicht grundsätzlich krank und verändert auch nicht das übrige Erbgut oder schafft eine allgemeine Krankheitsanfälligkeit. Autoimmunerkrankungen kommen ebenso bei zahlreichen Hunden und Rassen ohne jegliches Merle-Vorkommen vor.
Dass Merle-Hunde heute häufiger gesehen werden, weil die Farbe populärer geworden ist, bedeutet außerdem nicht, dass Merle die Ursache für Erkrankungen ist. Wo mehr Hunde einer bestimmten Farbvariante existieren, wird man zwangsläufig auch mehr kranke Hunde dieser Farbvariante sehen. Das ist jedoch kein Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang.
Gerade deshalb sollte man – insbesondere als Tierärztin – sehr sorgfältig zwischen wissenschaftlich belegten Zusammenhängen und persönlichen Vermutungen unterscheiden. Aufklärung über problematische Double-Merle-Verpaarungen ist wichtig. Einzelnen Hunden ohne wissenschaftliche Grundlage ihre Erkrankung aufgrund ihrer Fellfarbe zuzuschreiben, ist es dagegen nicht. Dies sort nur für weiteres gefährliches Halbwissen.
Liebe Grüße
Sunna hat es echt verdient, und dieses Bild von ihr spiegelt die Vielfalt des Hundekongresses wieder. Ich hoffe sie genießt noch viele schöne Jahre in ihrer Familie. Herzlichen Glückwunsch